Sie ist anzuraten für jeden verantwortlichen Hundeführer. Die Begleithundeprüfung ist für den Hund ein Beleg, die Grundkommandos zu beherrschen und den Alltagssituationen grundsätzlich gewachsen zu sein. Für den Hundeführer belegt sie, dass er ein Grundverständnis der Hundehaltung besitzt. Vier- und Zweibeiner beweisen hiermit, dass beide ein verantwortungsvolles Team bilden.
Die Prüfung besteht aus vier Teilen, die jeweils für sich genommen bestanden werden müssen – sonst ist die gesamte Prüfung zu dem jeweiligen Zeitpunkt beendet. Die Teile bauen aufeinander auf und werden in der Regel auch in der Reihenfolge abgelegt.

1. Theoretische, schriftliche Prüfung: Der Sachkundenachweis

Der Sachkundenachweis (SV-Hundeführer-Lizenz) erfolgt in einer schriftlichen Prüfung und umfasst 20 Prüfungsfragen (von 200 möglichen Fragen bzw. von 50 bei Jugendlichen) aus verschiedenen Bereichen, wobei 70% richtig beantwortet sein müssen. (Fragenkatalog online)

2. Identifikation des Hundes und Unbefangenheitsprüfung

Wurde der erste Teil bestanden oder besitzt der Hundeführer bereits den Sachkundenachweis, erfolgt nun die Unbefangenheitsprüfung (Wesenstest). Bestandteil der Unbefangenheitsprobe ist die Überprüfung der Identität des Hundes (Überprüfen der Tätowiernummer, des Chips). Hierbei entsteht für den ungeübten Hund womöglich eine unangenehme Situation: Ein  Unbekannter beugt sich von vorne über den Hund, womöglich mit Klemmbrett und ähnlichen Gegenständen „bewaffnet“. Dies üben wir immer wieder im Vorfeld. So verhindern wir,  dass der  Hund ängstlich oder aggressiv reagiert. Hunde, die diese Unbefangenheitsprobe nicht bestehen, können an der Prüfung nicht teilnehmen bzw. müssen disqualifiziert werden.

 

3. Unterordnung der Begleithundeprüfung:

In der BH-Prüfung werden die saubere Fußarbeit mit und ohne Leine, das Gehen durch eine Menschengruppe, Sitz und Platz, das schnelle und sichere Herankommen und das sichere Ablegen unter Ablenkung geprüft.

Darstellung der Übungen im Detail: Laufschema

4. Verkehrsteil (Außenprüfung)

Hat man bisher alles souverän geschafft, folgt der letzte Teil: der Außen- oder Verkehrsteil. Dabei soll überprüft werden, wie sich der Hund in der Öffentlichkeit – also unter realen Umweltbedingungen und normalen, stark besuchten Umgebungen verhält. Erwartet wird ein gleichgültiges Verhalten des Hundes, weder aggressiv noch ängstlich, sondern souverän gegenüber typischen Umwelteinflüssen.

Der Hund ist dabei stets angeleint, soll aber weder an der Leine zerren noch vom Hundeführer gezerrt werden. Der Richter beobachtet die Hunde in der Gruppe und im Verkehr.
Diese Übungen werden beispielsweise absolviert:

  • ein Fahrradfahrer fährt vorbei
  • ein Jogger passiert
  • ein Kind kommt schreiend an
  • ein klappender Einkaufswagen wird vorbei geschoben

Bei der „Vereinsamung“ wird der Hund an einer bestimmten Stelle angebunden, anschließend entfernt sich der Hundeführer außer Sichtweite des Hundes. Dann passieren einige Personen mit und ohne Hund den wartenden Vierbeiner.  Der Hund soll sich dabei ebenfalls ruhig und gelassen zeigen, weder die Passanten  anbellen oder aggressiv reagieren, noch soll er seinem Herrchen oder Frauchen hinterherjaulen oder an seiner Leine zerren.

Buchtipp: „Gemeinsam erfolgreich zur Begleithundeprüfung “ 

Zum genauen Nachlesen geht es hier zur IPO (siehe Seite 23): Prüfungsordnung für die internationalen Gebrauchshundeprüfungen und die internationale Fährtenhundeprüfung

 

Die Unterordnung wird bei den Hundaran meist einzeln trainiert, damit unsere Trainer individuell auf jedes Team eingehen können. Zusätzlich gibt es Gruppenstunden, um die Teams auch an die Arbeit unter Ablenkung zu gewöhnen. Außerdem werden regelmäßig Situationen aus dem Verkehrsteil geübt. 

Grundsätzlich setzen die Hundara  in der Ausbildung auf Konsequenz, Beharrlichkeit und die richtige Bestätigung zur rechten Zeit.